Die Orgasmus Lücke, in heterosexuellen Beziehungen

Faktencheck Orgasmus:

Beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr kommen nur etwa ein Drittel aller Frauen jedes Mal zum Orgasmus, bei den Männern sind es drei Viertel. Fast ein Fünftel aller Frauen kommen nie oder selten, dem gegenüber steht einer von 50 Männern. Das ist das Ergebnis einer Studie, in weiteren Studien gibt es nur wenige Abweichungen.

“Es liegt an der komplizierten Biologie der Frau!”

Weitere Ergebnisse der Studie: Frauen kommen beim Solosex oder beim homosexuellen Geschlechtsverkehr ähnlich oft, wie Männer bei heterosexuellem Sex. Da das Problem daher nicht am biologischen Körperbau zu liegen scheint, kann man es mit einer Bildungslücke zum weiblichen Orgasmus erklären.

Vielen Frauen fällt es schwer zu sagen, wie sie berührt werden wollen

Sie kennen sich nicht genug damit aus, haben sich selten lustvoll angefasst. Weniger als die Hälfte der Frauen haben Solosex, noch weniger hatten Solosex vor ihrem ersten Mal. Wenn Frauen selbst nicht wissen, wie sie berührt werden wollen, wundert es nicht, dass Männer nicht wissen, wie der weibliche Orgasmus funktioniert.

Frauen lernen von Kindheit an, dass Sex und der Intimbereich etwas Schambehaftetes sind. Männer dürfen in der Öffentlichkeit urinieren, Frauen nur versteckt. Ein anderes Phänomen: Die “Cameltoe”, Kamelzehe – Abfälliger Name dafür, wenn sich Schamlippen der Frau in einer Jeans abzeichnen, während eine ausgebeulte Hose bei Männern als besonders männlich gilt.

Das Ergebnis? “Vulva Shaming” – Das Verhältnis zum eigenen Geschlechtsorgan ist bei Frauen eher schlecht. Sie fassen sich seltener oder ungerne an.

Wie funktioniert der weibliche Orgasmus denn jetzt?

Knapp gesagt: Stimulation der Klitoris = weiblicher Orgasmus.

Beim Penetrationssex wird die Klitoris jedoch gar nicht oder nicht genug stimuliert. Der Penis berührt beim Eindringen hauptsächlich eine erogene Zone, weniger die Klitoris selbst. Durch zusätzliche Stimulation von außen kann die Frau zum Orgasmus kommen. Besser funktioniert es jedoch, wenn man sich vom traditionellen Bild löst: “Vorspiel, Sex, Orgasmus.”

Das sogenannte “Vorspiel” ist für die Frau oft der Teil des Geschlechtsakts, bei dem sie leicht zum Orgasmus kommen kann. Hier hat sie genug Ruhe und die richtige Form von Stimulation. Wie genau sie berührt werden möchte, kann die Frau nur selbst wissen.

“Orgasmen haben” ist nicht dasselbe, wie ein “erfülltes Sexleben” zu haben

Du kannst Orgasmen haben und trotzdem unzufrieden mit deinem Sexleben sein und umgekehrt. Als Mann brauchst du dich daher nicht angegriffen zu fühlen, wenn die Frau offenbart, keine oder kaum Orgasmen zu haben.

Kommunikation ist der Schlüssel. Löst euch gemeinsam von traditionellen Sexmustern und findet heraus, wie ihr beide auf eure Kosten kommen könnt.

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